Kategorie: Meine Arbeit

  • Wenn ich gerade keine Vorträge halte – was wirklich hinter den Kulissen geschieht

    Manchmal werde ich gefragt, ob es bei Haadi gerade ruhiger geworden ist, wenn keine Vorträge anstehen. Von außen betrachtet mag es so wirken, als würde wenig passieren. Doch Wachstum geschieht nicht nur auf Bühnen. Es geschieht im Alltag. Im Zuhören. Im Reflektieren. In Verantwortung.

    1. Ich lese – täglich

    Lesen ist für mich kein Zeitvertreib, sondern Fundament.
    Ich lese über gesellschaftliche Entwicklungen, Rollenbilder, Verantwortung, Werte und natürlich über Stress in seinen unterschiedlichsten Facetten.

    Stress zeigt sich selten isoliert. Er steckt oft in Leistungsdruck, in Erwartungshaltungen, im Vergleich mit anderen oder in der Informationsflut unserer Zeit.

    Alles, was ich lese, erweitert meine Perspektive – und fließt später in meine Vorträge ein.


    2. Ich höre zu – Müttern, Frauen und meinem Mann

    Ein großer Teil meiner Arbeit entsteht im Gespräch.

    Ich tausche mich mit Müttern und Frauen über ihre Herausforderungen aus. Ich diskutiere mit meinem Mann über aktuelle gesellschaftsrelevante Themen, über Verantwortung, Erziehung, Arbeit und Werte.

    Und immer wieder taucht Stress auf:

    • Stress durch Erwartungen
    • Stress durch Unsicherheiten
    • Stress durch Mehrfachbelastung
    • Stress durch innere Konflikte

    Diese Gespräche sind keine Nebensache. Sie sind gelebte Praxis und echte Einblicke in Lebensrealitäten.


    3. Ich übernehme Führung – als Vorsitzende einer Frauengemeinde

    Als Vorsitzende einer lokalen Frauengemeinde (als Teil der Lajna Imaillah, Frauenorganisation der Ahmadiyya Muslim Jamaat KdöR) trage ich Verantwortung auf unterschiedlichen Ebenen.

    Neben organisatorischen und administrativen Aufgaben gehören persönliche Gespräche, Entscheidungsprozesse und das Begleiten von Menschen dazu.

    Führung bedeutet hier für mich:

    • Verantwortung übernehmen
    • Entscheidungen treffen
    • unterschiedliche Perspektiven vereinen
    • emotionale Dynamiken verstehen

    Dabei lerne ich täglich – über Kommunikation, über Gemeinschaft und über Stress im sozialen Kontext.


    4. 24/7 Familie, Haushalt und persönliches Leben

    Und dann ist da noch das Leben selbst.

    Kinderbetreuung, Haushalt, Beziehung, Organisation – rund um die Uhr. Dazu bewusst eingeplante Momente für mich selbst, um Kraft zu schöpfen und zu reflektieren.

    Diese Mischung aus Routine und Herausforderung schenkt mir eine Balance, die mich wachsen lässt. Es ist nicht immer leicht, aber es ist stimmig.


    Warum Haadi nicht stillsteht

    Vielleicht wirkt es von außen so, als würde Haadi pausieren, wenn keine Veranstaltungen stattfinden.

    Doch in Wahrheit entsteht genau jetzt Substanz. Ich sammle Erfahrungen, beobachte Entwicklungen, reflektiere, wachse.

    Haadi ist nicht nur ein Projekt auf einer Bühne. Es ist eine Haltung, die im Alltag gelebt wird.

    Und ich weiß: In mir – und für die Zukunft – gedeiht gerade vieles.

  • Workshop-Report: Stressbewältigung in einer vielfältigen Gesellschaft – Teil der Bildungstage des Forum der Kulturen Stuttgart

    Im Rahmen der Bildungstage „fair lernen in Stuttgart“, organisiert vom Forum der Kulturen Stuttgart, durfte ich einen zweistündigen Workshop zum Thema „Stressbewältigung in einer vielfältigen Gesellschaft“ mit zwölf angehenden Erzieher:innen durchführen.

    Ich bin dem Forum der Kulturen sehr dankbar für diese Einladung – denn solche Formate zeigen, wie wichtig es ist, jungen Menschen Werkzeuge für ihren Alltag und zukünftigen Beruf an die Hand zu geben.


    Wie ich Workshops vorbereite – Erwartungen, Struktur, Sinn

    Zu Beginn jedes Workshops sammle ich Erwartungen ein, die in die Vorbereitung einfließen.
    Diesmal wünschten sich die Teilnehmer:innen:

    • alltagstaugliche Tipps gegen Stress
    • Unterstützung bei Prüfungsängsten
    • Strategien für den Umgang mit Kindern & Eltern

    Gleichzeitig orientiere ich die Struktur gern am „Why – How – What“ Prinzip nach Simon Sinek.
    Diese Art der Prozessgestaltung hilft den Teilnehmer:innen, zu verstehen, warum wir bestimmte Fragen stellen, wie sie reflektieren können und was sie daraus praktisch mitnehmen können.

    Unterstützt werde ich dabei von meiner beruflichen Erfahrung als Agile Master und meiner Moderationsausbildung bei Bosch: klare Arbeitsphasen, visuelle Strukturierung, aktive Einbindung und eine wertschätzende, sichere Atmosphäre.


    Wie der Workshop ablief – Verbindung aus Input & Interaktion

    Der Workshop bestand aus einem Wechsel von:

    • fachlichem Input
    • Gruppenarbeit
    • Einzelreflexion
    • Partnerübungen
    • Diskussionen aus der Praxis

    Die Antworten der Auszubildenden habe ich sichtbar für die Gruppe gesammelt.
    Gemeinsam haben wir wichtige Punkte „abgehakt“, um den roten Faden transparent zu halten – ein Vorgehen, das Orientierung und Sicherheit schafft.


    Meine Bücher als Ressource im Raum

    Ein besonderes Extra war diesmal, dass ich meine Bücher in der Mitte des Raumes ausgelegt habe.
    Immer wenn Teilnehmer:innen mit einer Aufgabe früher fertig waren, konnten sie entspannt darin blättern – ohne Druck, aber mit Neugier.

    Das hat zu schönen Gesprächen und zusätzlichen Aha-Momenten geführt.


    Was die Teilnehmer:innen mitgenommen haben – Originalfeedback

    Am Ende eines Workshops hole ich immer strukturiertes Feedback ein.
    Diesmal habe ich Mentimeter genutzt — anonym, schnell und ehrlich.

    🔎 Wie wurde der Workshop beschrieben? (3-Wort-Wolke)

    Begriffe wie
    „lehrreich“, „authentisch“, „inspirierend“, „sympathisch“, „hilfreich“, „entspannt“, „spannend“
    kamen besonders häufig vor.

    🌱 Was nehmt ihr für euren Alltag mit?

    Einige der Rückmeldungen:

    • „Selbstakzeptanz.“
    • „Dass Stress nicht immer schlecht ist.“
    • „80% sind genug.“
    • „Kein Perfektionismus mehr.“
    • „Methoden, die ich in Erinnerung behalte.“
    • „Dass jeder individuell reagiert.“
    • „Priorisieren. Planen. Vorbereiten.“

    Solche Sätze zeigen mir:
    Der Workshop hat etwas bewegt — und das ist das größte Geschenk für mich.


    Mein persönliches Fazit

    Die zwei Stunden waren intensiv, offen und voller Vertrauen.
    Ich habe deutlich gespürt, wie sich die Stimmung der Gruppe verändert hat — von Anspannung zu Verständnis, von Druck zu Entlastung.

    Ein großes Dankeschön an:

    • die zwölf Teilnehmer:innen
    • den Fotografen Michael Nickel
    • und besonders das Forum der Kulturen Stuttgart

    für diese bereichernde Zusammenarbeit im Rahmen der Bildungstage.

    Solche Räume zu gestalten gehört zu meinem Herzensthema:
    Menschen stärken. Stress reduzieren. Vielfalt wertschätzen.